Fabians erster Arbeitstag – ein neuer Lebensabschnitt beginnt

EIn junger Mann mit Down Syndrom faltet an einem Schreibtisch einen Briefbogen.
EIn junger Mann mit Down Syndrom couvertiert an einem Schreibtisch einen gefalteten Briefbogen.
EIn junger Mann mit Down Syndrom, bestempelt ein Briefcouvert mit einm Eingangstempel.
EIn junger Mann in Berufskleidung (Swaetshirt mit ESWE Logo) sitzt an seinem Schreibtisch und blickt freundlich in de Kamera.

Fabian ist 17 Jahre alt, lebensfroh, offen – und seit dem 1. Oktober 2025 stolzer neuer Mitarbeiter bei ESWE Versorgung in Wiesbaden. Mit großer Aufregung und noch größerer Freude hat er seinen ersten echten Arbeitsvertrag unterschrieben. Ein bedeutender Moment, nicht nur für Fabian, sondern auch für uns bei barrierefrei starten. Zum ersten Mal in seinem Leben, gehört eine regelmäßige Arbeit zu seinem Alltag.

Fabian hat das Downsyndrom und beginnt nun einen neuen Abschnitt in seinem Leben: Er arbeitet in der Poststelle von ESWE Versorgung. Dort wird er ausprobieren, ob ihm die Aufgaben liegen – und gleichzeitig erleben, wie es ist, Teil eines Teams zu sein. Auch für seine Kolleginnen und Kollegen ist Fabians Einstieg ein Novum, das sie mit Offenheit und Neugier begleiten.

Möglich wurde dieser Schritt auch durch die Unterstützung von Jörg Höhler, Mitglied unseres Kuratoriums und Vorstand bei ESWE Versorgung. Solche Kooperationen zeigen, wie Inklusion konkret gelingen kann – wenn Menschen gemeinsam Chancen eröffnen.

Fabian ist sehr musisch veranlagt, liebt Bewegung und tanzt für sein Leben gern. Nun sammelt er neue Erfahrungen, entdeckt Stärken und vielleicht auch Leidenschaften, die er selbst noch nicht kannte.
Wir sind stolz auf Fabian und freuen uns, ihn auf diesem Weg zu begleiten.

Fabian, wir wünschen dir einen großartigen Start in deinen neuen Lebensabschnitt!


Coachee Inaya: „Ich möchte meinen Vertrag selbst unterschreiben“

Unser Coachee Inaya bei der wöchentlichen Betreuungsstunde mit ihrer Coachin Lisa Wagner.


bs: Hallo Inaya, danke, dass wir dir ein paar Fragen stellen können. Du bist ja noch nicht lange bei „barrierefrei starten“. Wie gefallen dir die Treffen mit Lisa, deiner Coachin?


Inaya: Ich habe mich sehr auf das Coaching gefreut. Ich dachte, das könnte spannend werden, weil ich immer neugierig auf Neues bin. Außerdem finde ich Lisa sehr nett.

bs: Wie läuft so ein Treffen bei deiner Coachin Lisa ab – magst du mal erzählen?


Inaya: Wenn ich komme, unterhalten wir uns erstmal ein bisschen. Lisa fragt mich, was seit dem letzten Treffen passiert ist. Ich erzähle dann aus der Schule und von meinen Freunden. Dann machen wir zusammen ein paar Übungen. Wir schwingen unsere Arme, recken und strecken uns und machen Übungen mit den Beinen.

Coachin Lisa Wagner setzt Bewegungselemente in ihrem Coaching ein, um kognitive Funktionen – wie die Konzentrationsfähigkeit – bei ihren Coachees zu unterstützen.

Inaya: Manchmal bekomme ich einen Kopfhörer aufgesetzt um die Worte zu, die ich laut nachsprechen soll. Da muss ich mich ganz doll konzentrieren und sehr gut zuhören, sonst verpasse ich, was gesagt wird.

Mit dieser Methode, bei der die Worte abwechselnd in das linke und rechte Ohr gesendet werden, kann Coachin Lisa Wagner überprüfen, ob beide Gehirnhälften korrekt mit dem Gehör verbunden sind. Mögliche Defizite werden im Anschluss mit gezielten Übungen ausgeglichen.

„Ich möchte einen Arbeitsvertrag, den ich selbst unterschreibe“

bs: Du gehst jetzt das letzte Jahr in die Schule. Lisa unterstützt dich ja auch dabei herauszufinden, was du im Anschluss an die Schule machen möchtest. Wie findest du das?


Inaya: Ich finde das gut! In der Schule mag ich Werken, Kunst und Musik. Zu Hause backe ich sehr gern und möchte deshalb gerne etwas mit Kuchen oder Torten machen. Ich möchte auch einen Arbeitsvertrag, den ich selbst unterschreibe.

Inaya war in der Regelgrundschule und kann sehr gut Schreiben und Rechnen. Für sie ist das selbstverständlich – sie erwähnt es gar nicht extra.

bs: Woher weißt du das mit dem Arbeitsvertrag, Inaya?


Inaya: Ich habe bei „barrierefrei starten“ den Fabian kennengelernt. Er hat mir erzählt, dass er jetzt ein Praktikum macht und dass er seinen Vertrag dafür selbst unterschrieben hat. Das möchte ich auch!

„Ein tolles Gefühl, wenn ich ganz oben angekommen bin“

bs: Du bist ja eine begeisterte und sehr gute Kletterin. Was gefällt dir an diesem Sport am meisten?

Inaya: Ach, einfach alles! Ein ganz tolles Gefühl ist, wenn ich ganz oben angekommen bin und alle unten so klein dastehen und zu mir hinaufschauen.

bs: Wow, das ist sehr mutig. Warst du das schon immer?


Inaya: Ja, ich probiere alles aus, das macht mir Spaß.

„Meine Freunde und meine Familie geben mir Mut“

bs: Wer oder was gibt dir den Mut, an dich zu glauben?

Inaya: Meine Freunde und meine Familie. Das sind meine Mama und mein Papa und meine Geschwister. Die sagen immer, ich soll es versuchen.

„Ich möchte eine Rede halten – vor ganz vielen Leuten“

bs: Inaya, noch eine letzte Frage: Wenn du dir etwas wünschen könntest – ganz egal wie groß, verrückt oder teuer es ist – was wäre das?

Inaya: Ich möchte gerne eine Rede vor ganz vielen Leuten halten. Ich stelle mir oft vor, wie ich auf einer Bühne stehe, ein Mikrofon habe und zu den Leuten im Publikum spreche. Die Rede möchte ich selbst schreiben, es gibt viel, was ich erzählen möchte. Das wäre mein größter Wunsch!

Das Interview führte das Team von barrierefrei starten e.V.

Lernen Sie unser Coaching kennen

Coachin Lisa Wagner: „Inaya hat eine beeindruckende Neugier und einen klaren Willen. Sie ist selbstbewusst und möchte zeigen, was in ihr steckt. Das sind gute, aber natürlich nicht zwingend notwendige Fähigkeiten für ein erfolgreiches Coaching.“