Die Idee
Viele Jugendliche mit Handicap können und wollen mehr, als das bestehende System ihnen zutraut.
Als Vater eines Sohnes mit Behinderung erlebte Jürgen Reichert selbst, wie schwer der Schritt von der Förderschule in ein selbstbestimmtes Berufsleben sein kann. Das brachte ihn 2009 auf die Idee, den Verein „barrierefrei starten“ zu gründen – nicht als Einzelkämpfer, sondern als jemand, der neue Routen erschließen wollte.
„Kinder mit Einschränkungen sind genauso vielfältig wie wir alle“, sagt er.
„Ich wollte mich nicht damit abfinden, dass ein Abschluss an einer Förderschule automatisch in einer Werkstatt endet. Das kann passen – aber es darf nicht der einzige Weg sein. Wir müssen hinschauen, Vertrauen schenken und Mut machen, neue Routen einzuschlagen.“
Heute versteht sich der Verein als Sicherungsteam: Die Jugendlichen klettern ihren eigenen Weg – aber sie tun es nicht allein.
Unser Ansatz
Wir glauben: Work-Life-Balance darf kein Privileg für Menschen ohne Handicap sein. Wer mit seiner Arbeit etwas Sinnvolles beitragen und eigenes Geld verdienen kann, gewinnt Freiheit, Würde und Selbstvertrauen.
Jede und jeder unserer Jugendlichen bekommt eine individuelle „Route“, die auf seine oder ihre Fähigkeiten abgestimmt ist oder hilft, ihre Interessen und Talente zu definieren.
Unsere Coaches begleiten sie dabei wie Spotter an der Wand: Sie geben Sicherheit, zeigen mögliche Griffe – aber klettern müssen die Jugendlichen selbst.
> Wir fördern Stärken, verbessern Schwächen und vermitteln Praktikums- und Ausbildungsplätze.
> Unsere Coaches sind Bindeglieder zwischen Schule, Eltern, Arbeitgebern und Jugendlichen – wie ein Seil, das alle zusammenhält.
> Ziel ist immer der Einstieg in den allgemeinen Arbeitsmarkt – nicht in eine Werkstatt.
Wirkung über Wiesbaden hinaus
Unser Fokus liegt auf Wiesbaden. Doch was wir hier entwickeln, kann Pilot und Leuchtturmprojekt für andere Städte und Initiativen sein. Wir zeigen, dass es funktioniert, wenn junge Menschen nicht in vorgegebene Schubladen gesteckt, sondern beim Klettern ihrer eigenen Route unterstützt werden. Dieses Modell kann überall Menschen Mut machen, Barrieren abzubauen – Schritt für Schritt, Griff für Griff. Ob Vorstand, Kuratorium oder Botschafter: Bei „barrierefrei starten“ sind alle Teil des Sicherungsteams. Gemeinsam überwinden wir Hindernisse, damit Jugendliche mit Handicap ihre Zukunft selbst gestalten können.
100 Prozent für die Jugendlichen
Alle administrativen Kosten trägt der Gründer privat. Jeder gespendete Euro fließt direkt in die Arbeit mit den Jugendlichen – damit sie sicher aufsteigen, neue Höhen erreichen und ihre Ziele verwirklichen können.
