Botschafterin Astrid Wallmann

Im Gespräch mit Astrid Wallmann
„Inklusion ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“
Was bedeutet für Sie Inklusion?
 
Inklusion bedeutet für mich, dass alle Menschen in unserer Gesellschaft den gleichen Anspruch auf ein selbstbestimmtes Leben haben. Manchen begegnen auf diesem Weg im Alltag aber besondere Herausforderungen. Diese abzubauen – das ist für mich Inklusion.
 
Warum ist Inklusion kein Nischenthema, sondern betrifft die ganze Gesellschaft?
 
Weil Inklusion weit mehr Menschen betrifft oder betreffen könnte, als vielen vielleicht bewusst ist. Ein Handicap muss man nicht von Geburt an haben, sondern man kann durch einen Unfall, eine Krankheit oder das Alter jederzeit selbst betroffen sein. Vor allem aber weil der Abbau von Hindernissen im Kopf beginnt: Indem wir im Alltag nicht in Schubladen wie „normal“ oder „behindert“ denken, sondern auf individuelle Fähigkeiten und Bedürfnisse schauen. Menschen, die mit einer Beeinträchtigung leben, sollte eine Gesellschaft keine Schranken setzen, sondern Wege bereiten.
 
Wieso haben Sie sich entschieden, den Verein als Botschafterin zu unterstützen?
 
Diese Aufgabe ist für mich eine Herzensangelegenheit, denn ich bin seit mehreren Jahren als Schirmherrin der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) Hessen tätig. Daher kenne ich die Herausforderungen, denen Menschen mit einem Handicap ausgesetzt sind und weiß, wie viel in diesem Bereich noch getan werden muss. Genau dazu leistet der Verein mit seinem einmaligen Konzept einen wesentlichen Beitrag:  Bei „Barrierefrei starten“ stehen die Stärken und Potenziale der jungen Menschen im Vordergrund. Das Coaching ist hierbei das Herzstück – durch die persönliche Beziehung entstehen Vertrauen und Sicherheit, etwaige Berührungsängste sowohl auf Seiten der Betroffenen als auch der Unternehmen werden schrittweise abgebaut. Dies ist die Voraussetzung, um mit den Jugendlichen zusammen an ihrer Zukunft zu arbeiten und sie in ihrem Selbstvertrauen zu bestärken. Unsere Coaches nehmen den jungen Menschen nicht ab, ihren Weg zu gehen – aber sie helfen ihnen, den richtigen Weg zu finden. Daher habe ich die Funktion als Botschafterin sehr gerne übernommen.
 
 
Welche Unterstützung wünschen Sie sich als Botschafterin (und Politikerin) von „Barrierefrei starten“ von der Politik, um Inklusion gesellschaftlich selbstverständlich, aber auch schulisch und beruflich realisierbarer werden zu lassen?
 
Die Politik hat in den vergangenen Jahren mit großem finanziellem und konzeptionellem Engagement die Inklusion vorangetrieben. Vor zehn Jahren kannte kaum jemand auch nur den Begriff, heute ist er in aller Munde. Das zeigt, was sich in diesem kurzen Zeitraum getan hat. Zweifellos bleiben aber noch genug Herausforderungen und die Politik ist gerade dabei, die bisherigen Ergebnisse der Inklusionsprozesse auszuwerten und auf dieser Grundlage gegebenenfalls nachzubessern. Inklusion ist aber, wie bereits erwähnt, nicht nur eine politische, sondern auch gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nicht verordnet, sondern von uns allen gelebt werden muss. Unser Verein ist ein gutes Beispiel, wie eine von verschiedenen Akteuren getragene Initiative neue Konzepte entwickeln und damit Erfolge erzielen kann.
 
Ein Blick in die Zukunft: Wo möchten Sie „Barrierefrei starten“ und die unterstützten jungen Leute in zehn Jahren gern sehen?
 
Ich hoffe, dass der Verein sich weiterhin so positiv entwickelt wie bisher und das Netzwerk in zehn Jahren so groß und stabil ist, dass noch weit mehr junge Menschen als bislang erfolgreich begleitet werden können. Vielleicht entstehen bis dahin auch noch weitere Initiativen, die sich ein Beispiel an der Arbeit unseres Vereins nehmen. Den bereits unterstützten jungen Menschen wünsche ich, dass sie den von uns angestoßenen „Start“ weiter erfolgreich meistern und ihr Leben „barrierefrei“ gestalten können.
 
Das Gespräch führte Julia Anderton
 
Zur Person
Astrid Wallmann ist Diplom-Verwaltungswirtin gehört seit der Kommunalwahl 2006 dem Stadtparlament der Landeshauptstadt Wiesbaden an und engagiert sich in dem Ausschuss „Umwelt und Sauberkeit“.  Sie ist seit 2009 Mitglied des Hessischen Landtags für die CDU-Fraktion. Ehrenamtlich unterstützt Astrid Wallmann unter anderem als Botschafterin den Verein „Barrierefrei starten“.
 

Bierstadter Straße 45 - im Haus der Handwerkskammer Wiesbaden | 65189 Wiesbaden
06 11 - 185 10 51 | stahl@barrierefrei-starten.de


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